Es wird Zeit.

02Feb08

Zeit, etwas Ordnung zu machen. In meinem Kopf. Und so.

Manchmal, wenn ich allein bin und Musik höre … Portishead, irgendwas in der Art … Dann spür ich es. Einsamkeit, Vergänglichkeit. Ich geh nach draussen, an die kalte, frische Luft, und ich atme es. Verinnerliche es. Werde es. Es sind Momente der Stille, die ich fast auf eine kranke Art geniesse. Krank, weil es mich quält. Es ist schön, aber diese Schönheit tut weh. Es tut weh, das Gefühl verstreichen zu sehen und zu realisieren, wie nichtig es war; wie nichtig ich bin. Ich will diese Momente nicht für mich leben, ich würde sie gerne teilen. Mit einem Menschen, der sie genau so empfinden und schätzen kann wie ich. Es würde das Gefühl wahren, es in Erinnerungen binden. Vielleicht zu etwas positivem wenden … Auch dann noch, wenn es vorbei ist.

Heute war so ein Abend. Keine Motivation, mich mit angemalten Betrunkenen abzugeben, zu Hause geblieben, gelesen, Musik gehört … Es kommt so plötzlich. Eine Kälte, die sich ausbreitet, Melancholie, es packt dich am ganzen Körper. Mantel, Schal an, nach draussen … Den gefrorenen Boden angestarrt, die Bäume, die leere Strasse. Ich kann selten sagen, was ich gerade denke. Ob ich überhaupt denke. Im Grunde genommen ist es meist ein sinnloses vor-mich-hin-starren. Ich ziehe weder irgendwelche Schlüsse, die mich weiterbringen würden, noch durchschaue ich das Leben.

Jedenfalls sitz ich da, abgesondert von der Menschheit, denke nichts bzw. “weiss” nicht, ob ich denke … Höre Summoning. Die Musik strahlt Zufriedenheit aus, Melancholie, Liebe zur Natur … Aber ich nehme sie nicht wahr. Ich erinnere mich an Menschen, Situationen, völlig zusammenhangslos, lasse meine Stimmung schwanken … Und irgendwann ist es vorbei. Ich kann mich wieder auf die Musik konzentrieren, auf das, was um mich herum passiert. Steh wieder auf, laufe den Weg runter zum Haus, werfe noch einen Blick zum Himmel, geh rein … Aber nicht wie sonst lasse ich alles draussen vor der Tür; ich nehm es mit rein. Unbewusst. Ich will es nicht. Es geschieht einfach.

Ich hab mich dann hingelegt. Die letzten paar Seiten vom Buch gelesen. Bin eingenickt. Wieder aufgewacht. Und musste jetzt einfach niederschreiben, was in mir vorgeht … Auch wenn ich all das nur oberflächlich benennen kann, ich nicht die Worte finde und ein heilloses Durcheinander anrichte. Aber mir geht so viel im Kopf herum … Das alles ist nur Teil davon.

Musik: Portishead - Roads
Gemüt: stimmungslos



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