Das also war des Pudels Kern
FAUST. [...] Nun gut, wer bist du denn?
MEPHISTOPHELES. Ein Teil von jener Kraft,
die stets das Böse will und stets das Gute schafft.FAUST. Was ist mit diesem Rätselwort gemeint?
MEPHISTOPHELES. Ich bin der Geist, der stets verneint!
Und das mit Recht; denn alles, was entsteht,
ist wert, dass es zugrunde geht;
drum besser wär’s, dass nichts entstünde.
So ist denn alles, was ihr Sünde,
Zerstörung, kurz das Böse nennt,
Mein eigentliches Element.
Gut und Böse sind wie Tag und Nacht, wie Licht und Schatten: Sie sind einander entgegengestellt, aber doch untrennbar verbunden. Ich weiss nicht, ob es Sinn macht, nach einer Definition für “gut” bzw. “böse” bzw. die Grenzen der beiden zu suchen. Dazu müsste es Regeln für unsere Moral geben.
Wobei ich heute ein Buch entdeckt habe, welches ich mir vielleicht mal reinziehen werde:
Frank Ochmann: Die gefühlte Moral
Die paar gelesenen Abschnitte klangen jedenfalls nicht uninteressant. Aber ich warte wohl auf das handlichere Taschenbuchformat.
Ja. Und wenn wir schon bei Goethe waren - Faust I wird, wie im letzten Eintrag auch versteckt angetönt, in Wettingen aufgeführt [Link]. Hat gute Kritik bekommen. Wurde für morgen Abend eingeladen, hoffentlich hält das Wetter :)
Musik: Oceansize - Unfamiliar
Gemüt: Bisschen kaputt und so
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Tags: böse, gut, literatur, moral, philosophie, theater
Hallo. :3
Ich war früher immer überzeugt das es tatsächlich eine moralische Erklärung für alles gibt, ich glaubte dass einfach jeder Mensch seine Grenze hat von etwas er als Böse empfindet. Was die meisten Menschen als Böse empfinden wird schliesslich zum Gesetz oder eben einem Verbot unterlegt. So funktioniert unser Gesellschaftsprinzip ja wohl auch.
Doch irgendwann begegnete ich einer interessanten Persönlichkeit die den Standpunkt vertrat, dass keine Tat im Grunde Böse sei. Also das es kein Gut oder Böse gibt, dass es überhaupt nie vorhanden ist oder war. Dass ein Psychisch kranker nicht Mordet oder Vergewaltigt weil er böse ist sondern, krank. Diese Person fragte mich ob ich Lungenkrebs als von Grund auf Böse bezeichnen würde, weil er genauso tötet wie die Psychose des Psychopathen. Jede Böse Tat kann gutes Auslösen in der Welt und jede gute Tat schlechtes bewirken, genau wie Goethe es schon gesagt hat.
Ich war mit den Ansichten dieser Person nicht von Grund auf einverstanden und habe meine Meinung beibehalten das es durchaus Böse Taten gibt, auch wenn man nie weis was sie bewirken, dennoch hat dieses Gespräch damals mein Spektrum auf das Thema auf erstaunliche Weise vergrössert, hatte ich zumindest das Gefühl. Was ist wenn es Gut und Böse wirklich nicht gibt, wenn es nur Fiktion ist. Nur Fiktion die von den Medien, von Politikern und von Menschen seit Jahrhunderten aufgebaut wurde, das klingt jetzt zu sehr nach Verschwörungstheorie, so war das nicht gemeint. ^^ Aber durch die Vorstellung von etwas Gutes zu tun und mit der Angst etwas schlechtes zu bewirken, gestahltet sich das Leben nun einmal viel einfacher und kontrollierbarer.
Für Leute die an einen Gott glauben ist das ganze natürlich erheblich leichter, Gott sagt was Böse ist. Wer weis vielleicht wurden genau aus diesem Grund Götter erschaffen.
Sorry irgendwie wurde das lang. Q.q
@ veljans
Die Angst ist ein guter Punkt. Sie hält uns in Schach, und vielleicht ist sie das, was einem “Psychopathen” fehlt …
Ich halte ehrlich gesagt nicht viel davon, blind einem Gott zu folgen. Unsere zehn Gebote mögen ja gute Grundsätze für ein friedliches Zusammenleben sein - aber für etwas haben wir unseren Verstand. Zudem mag ich keine Kreaturen die uns sagen, wir sollen nicht töten - aber es gleichzeitig für angebracht halten, ein vergewaltigtes Mädchen zu steinigen. Aber ich schweife ab, das ist ein anderes Thema.
Ich denk schon dass es ein Grund ist, warum wir uns Götter geschaffen haben. Und: Weil wir uns das Leben einfach nicht erklären können.
@ Blog
Gestern noch weiterüberlegt:
Moralisch handeln = niemandem wird geschadet (Grundsatz);
Unmoralisch handeln = ok, wenn die zu Schaden kommende Person selbst entgegen diesem Grundsatz gehandelt hat (Strafe; Gerechtigkeit)
Daraus ergibt sich eine logische (?) Einteilung in “Gut” und “Böse”
Allerdings kommt wieder das Problem mit dem Psychopathen …
Und Theater war toll. Wer in der Nähe wohnt und noch Plätze kriegt: Anschauen!
PS: So geht es über Stein und Stock,
es furzt die Hexe, es stinkt der Bock. *nick*
Hey,
ich halte auch nicht viel “davon”, versuche jedoch ab und an, zu verstehen wieso es so viele meiner Mitmenschen tun. ^^
Doch woher willst du wissen ab wann jemand zu Schaden kommt und sich unmoralisch verhält? Es gibt natürlich Extrembeispiele, dennoch gibt es viele Fälle bei denen, für mich, öfter mal Leute unschuldig bestraft werden oder aber welche die in meinen Augen bestraft sollten es gar nicht werden. Das Beispiel mit dem Zug, den Bahnarbeitern und dem dicken Mann ist hierbei auch ganz interessant, falls du das kennst. Wenn nicht, ich hab das irgendwann mal in einem Blogeintrag bei mir durchgespielt, einfach Moral suchen, im Blog. Ich zumindest mag dieses Beispiel, vor allem weil es einem ziemlich genau die Grenze der Moral aufzeigt und irgendwie auch irgendwie ein wenig abwegig die ist.^^
Man kann auch noch den guten alten Gandalf zitieren:
“Viele die Leben verdienen den Tod und viele die Tod sind verdienen das Leben. Kannst du es ihnen geben?” Gollum hätte sicherlich für all seine Taten den Tod verdient und trotzdem hat er am Ende die Geschichte zum guten gewendet. Man weis halt nie was zu was führt.
Das sollte einem aber nicht zum Schluss führen das alles egal ist, im Prinzip kann ich dir nur beipflichten.
Sorry, schonwieder irgendwie lang. q.q Ich frage mich echt wie du das machst, dass was du schreibst immer so kurz aussieht und doch so viel drinnsteht. Irgendwie muss ich das mal üben.^^
lg Jan ;)
Ist Böse nicht dann, wenn irgendwer oder irgendwas geschädigt wird? Dann wäre ohl gut, wenn den selbigen was positives passiert. Die grenze liegt bei jenen Dingen die keine Folgen haben, zumindest keine sicht- spühr- oder fühlbaren Folgen haben.
Klingt ganz plausibel. Nun ist es Tatsache das ewta für den einen gut, aber für den andern schlecht sein kann. Ist diese Tat oder dieses Etwas nun neutral.
Ich glaube schon. worauf ich hinaus ill, ist dass es halt ieleicht diesen stetigen Ausgleich, dieses immerwieder ins Lot findende Pendel doch gibt.
Gut und böse sind so omnipräsent dass man sie auf jedes Thema beziehen kann. Man kann es nun Glaube, Hoffnung oder Stumpfsinn nennen, aber die Vorstellung dass dieser Ausgleich vorhanden ist, stimmt mich zuversichtlich.
Es wäre nu nein wenig blauäugig diesen oft beschriebenen Ausgleich die Lösung alles Probleme zu nennen. Aber einen Schupser in die richtige Richtung ist er alle mal - wenn es ihn gibt.
Bleibt die Frage währ dieses Pendel in der Hand hält, und von was es angezogen wird. Aber das ist ein anderes Thema.
Bei dieser Gelegenheit noch besste Genesungswünsche. Ach ja, hübscher neuer Look, gefält mir!
Fabian
@ Jan
Das Beispiel beantworte ich wie die meisten Menschen: Wenn der Zug sowieso umgelenkt werden muss, ist es moralisch vertretbar; wenn man allerdings den dicken Mann auf die Schienen schubst, nicht. Du hast Recht, es ist wirklich irgendwie abwegig …
Aber ich kann mir Moral nicht anders erklären als mit der Schadensache. Vielleicht sollte ich wirklich dieses Buch lesen :/
@ Fabian
Gibt es Taten, die folgenlos sind? Wahrscheinlich sind es einfach solche, über die wir uns keine Gedanken machen … Z.B. Brot einkaufen. Brot einkaufen ist moralisch vertretbar, weil ich mich mit dem Brot ernähren kann und mit dem Preis den Lohn des Bäckers zahle … Der wiederum zahlt den Mehllieferanten, dieser den Getreidelieferanten etc.
Aber das überlege ich mir nicht, wenn ich in der Migros steh und Brot haben will x_x
Allerdings glaube ich auch, dass es einen Ausgleich gibt. Denn, ganz einfach überlegt: Ohne ein “Gut” kann es kein “Böse” geben, und umgekehrt verhält es sich gleich. Gäbe es eines davon nicht, wäre halt alles neutral.
Und über die letzten Fragen muss ich mir noch ein paar Gedanken machen :)
Ich denke ich würde es auch so machen, auch wenn es mir seltsam vorkommt. ^^
Und ich muss ehrlich sagen, für mich gibt es tatsächlich Gut und Böse nicht wirklich. Es ist tatsächlich alles neutral, auch die Sache mit dem Schaden zufügen ist etwas dumpf, denn was geschieht wenn du das Brot nicht kaufst?
Du fügst dem Bäcker schaden zu, er verdient weniger. Kommt irgendwer auf dich zu bestrafen, natürlich. “Guten Tag, Herr Maier Kantonspolizei, sie haben schon wieder kein Brot gekauft!”.
Für mich ist alles neutral, es gibt Mörder die sind Helden und andere verrotten im Gefängnis, gut und böse ist zu kompliziert. Es gibt einfach Taten die bestraft gehören und andere die man, in meinen Augen, belohnen sollte.
Wo man die Grenze ziehen sollte und wer wann was verdient? Weis ich nicht.